Marianne Brentzel

Marianne Brentzel
Am Surck 33
44225 Dortmund
Tel: 0231-715331
Fax: 0231-715338
Email:
marianne[at]brentzel.de
Internet:
www.mariannebrentzel.de

Im Dezember 1943 bin ich in Erpen bei Dissen, einem "bombensicheren" Ort in Niedersachsen, geboren. Ich bin die Jüngste von fünf Geschwistern. Meine Eltern, Marianne Bauer, geborene Beck und Dr. Herbert Bauer, Facharzt für Orthopädie, kamen aus dem Rheinland bzw. aus Dresden. Ich wuchs in Bielefeld auf und machte 1964 am evangelische Mädchengymnasium Sarepta in Bethel Abitur.

Danach: Studium der Politischen Wissenschaften am Otto-Suhr-Institut in Berlin mit Abschluß Diplom, später Zweitstudium Pädagogik und erstes Lehrerexamen. Ich nahm aktiv an der Studentenbewegung teil und verdiente mein Geld mehrere Jahre als Arbeiterin in Berliner Großbetrieben. Später organisierte ich mich in einer der maoistischen Gruppen (KPD), und arbeitete seit dem Umzug nach Dortmund bis zur Auflösung der Organisation 1980 in deren Landesleitung.

Seit 1973 lebe ich mit meiner Familie in Dortmund, bin mit Hugo Brentzel (Rechtsanwalt und Notar) verheiratet und habe zwei Kinder, Oliver, 1971 und Christina, 1978 geboren. Nach verschiedenen Jobs als Dozentin in der Jugend- und Erwachsenenbildung und im Verlagsbereich bin ich seit einigen Jahren freiberuflich Autorin, bin Mitglied im Verein für Literatur, organisiere und moderiere den Dortmunder Bücherstreit.

Margherita Sarfatti. Ich habe mich geirrt. Was soll's.

Margherita Sarfatti. Ich habe mich geirrt. Was soll's.
Marianne Brentzel
Uta Ruscher
394 Seiten
Atrium-Verlag, Hamburg
Februar 2008
ISBN-13: 978-3855350421

Margherita Sarfatti. Ich habe mich geirrt. Was soll's.

Das Buch erscheint im Frühjahr 2008 beim Atrium-Verlag (Zürich).

Uta Ruscher und ich werden mit dem Verlag den endgültigen Titel absprechen.

Margherita Sarfatti wurde 1880 als jüngste Tochter einer alt eingesessenen jüdischen Kaufmannsfamilie in Venedig geboren und starb 1961 in Cavallasca/Nähe Como.

Sie wurde eine bedeutende Kunstkritikerin, wahrscheinlich eine der ersten in Italien überhaupt. Anfangs war sie Sozialistin, lernte sie Mussolini beim Avanti kennen, später verliebten sich die beiden. Im Ersten Weltkrieg trat sie aus der Sozialistischen Partei aus, wurde später Beraterin des Duce.

1938 musste sie als Jüdin das Land verlassen. Sie ging über Paris nach Montevideo und Buenos Aires ins Exil. 1947 kehrte sie nach Italien zurück.

Ein Leben auf der Überholspur. In Mailand und Rom führte sie einen berühmten Salon, wurde von Roosevelt im Weißen Haus empfangen, war bekannt mit der Prominenz Europas, wurde eine getriebene Jüdin, eine vom CIA argwöhnisch beäugte Exilantin.

Ein Leben voller Widersprüche. Liebe und Leidenschaft, Kunstverständnis und Machtgier.

Nesthäkchen kommt ins KZ

Marianne Brentzel
Nesthäkchen kommt ins KZ
Eine Annäherung an Else Ury 1877-1943
Fischer Taschenbuch
ISBN 3596131146

 

Else Ury wurde 1877 in Berlin geboren, starb im Januar 1943 in Auschwitz

Die Biografie heißt: Nesthäkchen kommt ins KZ. Eine Annäherung an Else Ury. Sie erschien 1992 in der edition ebersbach. Inzwischen gibt es viele neue Informationen und Forschungsergebnisse zur Else Urys Leben und Werk. Ich arbeite gerade an einer Neuausgabe der Else-Ury-Biografie, die hoffentlich nächstes Jahr erscheinen wird.
Manche Buchhändler sagen, dass die Tachenbuchausgabe vergriffen sei. Aber es gibt noch Exemplare, manchmal müssen die Buchhändler einfach bei verschiedenen Barsortimerntern nachfragen, um noch Bücher zu bekommen.
Ich hoffe, bis zur Neuausgabe werden noch alle Wünsche zufrieden gestellt werden können.

WER war Else Ury?
Else Ury, höhere Tochter aus Berlin, wurde in Berlin-Mitte, Nähe Alexanderplatz, in der Heilig-Geiststraße geboren, Der Vater, Emil Ury, war Tabakfabrikant, die Mutter, Franziska, geb. Schlesinger, leitete den großen Haushalt.
Else Ury, die Verfasserin der berühmten Nesthäkchen-Serie, stammt aus einer alten jüdischen Familie. Bei den Ury fand über drei Generationen hinweg der typische Entwicklungsweg statt, der beruflich vom Händler zum Akademiker, örtlich von der Stadtmitte Berlins zum neuen Westen führte. Dieser familiäre Erfahrungshorizont Else Urys spiegelt sich in ihren Büchern unmittelbar wider.
Die Brüder Ludwig und Hans besuchten Gymnasien und wurden Rechtsanwalt bzw. Arzt, die Töchter gingen auf das angesehene Mädchenlyzeum in der Ziegelstraße, die Luisenschule.
Die Nesthäkchenserie wurde nach dem 2. Weltkrieg schon lange wieder verkauft, doch das Schicksal der Autorin lag völlig im Dunklen.
Die Germanisten und Jugendbuchspezialisten kümmerten sich einfach nicht um die, wie sie meinten "Propagandistin der heilen Welt". So brauchte es nach dem Tod Else Urys in Auschwitz noch einmal 50 Jahre, bis endlich eine Biografie über die bis dahin wohl unbekannteste Bestsellerautorin der zwanziger Jahre erschien.
Hinter der Fassade der "heilen Welt" der Backfischromane von Else Ury lauert das reale Leben der Schriftstellerin und ihr Tod als Jüdin in Auschwitz.
Als 1992 Nesthäkchen kommt ins KZ Eine Annäherung an Else Ury erschien, war das Echo überwältigend. Offensichtlich waren Else Urys Bücher für die Kriegs- und Nachkriegsgenerationen der Frauen ein Teil ihrer Identität und die Erschütterung über Else Urys Tod in Auschwitz groß.
Seitdem ist von zahlreichen Frauen und Männern weiter über Else Urys Leben und Werk geforscht worden, Ausstellungen wurden entwickelt, neue Erkenntnisse gewonnen.
In Berlin bekam eine Kinder- und Jugendbibliothek ihren Namen, am Savignyplatz gibt es inzwischen einen Else-Ury-Bogen und sogar an ihrem Ferienhaus in Karpacz, vormals Krummhübel, ist eine Plakette zum Gedenken an Else Ury in deutscher und polnischer Sprache angebracht, an der Wand von „Haus Nesthäkchen“ prangt nun in den gleichen Schriftzügen: Dom Nesthäkchen.
Auch Tangermünde, die Herkunft der Familie Ury, berichtete ausführlich über den restaurierten jüdischen Friedhof. Eins der wenigen gut erhaltenen Grabsteine auf zeigt den Namen einer Treudel Ury, geborene Beschütz.
Else Urys Bücher waren in beiden deutschen Diktaturen dieses Jahrhunderts - mit unterschiedlichen Begründungen - verboten. Im Nationalsozialismus vor allem aus rassischen Gründen, in der DDR wegen der ‹bürgerlichen Dekadenz› der beschriebenen Verhältnisse.
Wer genau hinsieht aber weiß, dass sich die Mädchen- und Frauengestalten der Ury nicht in die üblichen Schubladen pressen lassen. Den nationalsozialistischen Zensoren war Nesthäkchen zu aufmüpfig, zu wenig unterwürfig und obendrein noch studiert. Das passte nicht in das geforderte Bild von der führergläubigen Mutter zukünftiger Soldaten und selbstverständlich auch nicht in den Nachkriegstrend der DDR-Zensur. Der Weiblichkeitsentwurf, oder besser die verschiedenen Entwürfe, die Else Ury anbietet, sträuben sich gegen das Klischee vom aufopfernden Hausmütterchen ebenso wie dem vom burschikosen Blaustrumpf.

Else Ury – die geistige Mutter einer ‹heilen Welt›? Dieses Klischee sollte ausgedient haben. Die weitere Forschung über Else Ury hat es zu Recht und begründet zurück gewiesen.
Die Neugier und Zuneigung für die Verfasserin der Nesthäkchenbücher sind bis heute ungebrochen. Else Ury ist, das macht das lebendige Interesse an ihr deutlich, den einfachen Formeln und Zuordnungen längst entwachsen.
Die Neubearbeitung wird insbesondere die jüdischen Spuren in Else Urys Leben und Werk in den Vordergrund stellen.

Anna O. - Bertha Pappenheim

Marianne Brentzel
Anna O. - Bertha Pappenheim
Biographie
Wallstein Verlag, 2002


ISBN 3-8311-1646-6

Bertha Pappenheim, die jüdische Sozialpionierin, hat nie über ihre Identität als Anna O. gesprochen. Marianne Brentzel stellt erstmals ihr vielschichtiges Lebenswerk umfassend dar.

Bertha Pappenheim (1859-1936), die bedeutende Sozialpionierin und Gründerin des Jüdischen Frauenbundes, bekannt geworden auch als Übersetzerin und Verfasserin zahlreicher bedeutender Schriften zur deutsch-jüdischen Kultur, bewahrte lebenslang ein Geheimnis: Sie war Anna O. ­ die Anna O., die Sigmund Freud zur Entwicklung der Psychoanalyse inspirierte. Ihre Krankheit wurde von ihrem Arzt Josef Breuer in den »Studien über Hysterie« dargestellt und von Freud als Impuls zur Begründung der Psychoanalyse verstanden, doch selbst hat sie nie über ihre Krankheit gesprochen.
Unter dem Pseudonym Fräulein Anna O. ist Bertha Pappenheim in die Medizingeschichte eingegangen, die überwiegende Zeit ihres Lebens aber kämpfte sie gegen Mädchenhandel und Mädchenhändler. Ihr Beitrag zur Emanzipationsgeschichte der Frauen spielt in der medizinischen Fachliteratur keine Rolle. Eine umfassende Darstellung von Bertha Pappenheims Werk gibt es bisher nicht.
Vor dem Hintergrund der bürgerlichen jüdischen Kultur, ihrer Herkunft und aus umfangreichen Quellen entwickelt Marianne Brentzel jetzt ein Gesamtbild des Lebens der feministischen Kämpferin Bertha Pappenheim.

Im Frühjahr 2004 als Taschenbuch erscheinen bei Reclam Leipzig unter dem Titel:
Sigmund Freuds Anna O.
Das Leben der Bertha Pappenheim.

 


Rudi und der Friedenspudding

Marianne Brentzel
Rudi
Roman


ISBN 3-8311-1646-6

Nun ist es so weit. Rudi ist wieder da!
Nach 14 Jahren gibt es eine Neuauflage des Dortmunder Kinderromans "Rudi".

Rudi erschien 1986 im Tapir Verlag. Die Zeichnungen dazu machte Klauspeter Sachau. Seitdem sind noch zwei weitere Auflagen herausgekommen. Den Tapir Verlag gibt es seit 1990 nicht mehr und das Buch war lange vollständig vergriffen. In Dortmunder Gesamtschulen erlebten aber immer noch viele SchülerInnen-Generationen Stadtgeschichte entlang der Nachkriegsabenteuer von Rudi. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die SchülerInnen mußten sich aber oft mit häßlichen Kopien begnügen. Deshalb gab es immer wieder Leute, die sagten: Rudi ist das Buch, das dringend neu aufgelegt werden muß.

Es ist die Neuauflage des Originaltextes im neuartigen Druckverfahren (books on demand BoD - eine Innovation von Libri). Das neue Cover ist von Oliver Brentzel gestaltet.